Content für dein Marketing – Antworten

Beim Content-Marketing geht es darum, deinen Lesern Inhalte zu präsentieren die hilfreich sind, informieren, unterhalten und  auf der Kundenreise weiter bringen.

Wie versprochen antworte ich hier auf alle Fragen, die mir beim letzten Kaffee-Impuls zum Thema Content für dein Marketing – was sagst du deinem Kunden? gestellt wurden. Wenn deine Frage nicht dabei ist, kannst du mir gerne eine Email schreiben.

„Wieviel Text brauche ich im Blog, um die Suchmaschinen zufrieden zu stellen?“

Seit einiger Zeit antworte ich auf diese Frage: „Über den Daumen etwa 300 Wörter alle sechs Wochen“ , was die meisten erstmal entlastet, denn das ist eine halbe Din A4 Seite neun Mal im Jahr. Das sollte zu schaffen sein um die Suchmaschinen zufrieden zu stellen. Aber kommt es darauf an? Beziehungsorientierte Marketing-Kommunikation meint doch, dass du dich darauf konzentrierst, mit deinen Inhalten bereits zur Lösung des Problems deiner (potentiellen) Kunden beizutragen, deine Sicht der Dinge zu erläutern, dich zu positionieren, sichtbarer zu werden und so die passenden Menschen für dein Angebot zu interessieren. Die Frage ist also eher: Wie kannst du für deine (zukünftigen) Kunden hilfreiche und interessante Inhalte produzieren und in einer sinnvollen Frequenz ausliefern? Für mich sind kleine Kampagnen ideal, bei denen du dich auf bestimmte Facetten deines Business fokussierst, mit einem Thema zu einem ausgewählten Anlass rausgehst, sichtbar wirst, Kostproben offerierst und dann passende Angebote machst. In dieser Kampagnenlaufzeit hast du genug Stoff um wertvollen Content für die Menschen zu schaffen, die deine Leistung in Anspruch nehmen wollen.

Mehr über die Große Wirkung mit kleinen Kampagnen findest du in meinem BusinessLog.

„Wie kurz oder lang sollen die Texte sein – ausführend oder knackig?“

Das kommt darauf an, was du zu sagen hast, welchen Zweck dein Text erfüllen soll, welches Format du wählst und um was es überhaupt geht. Erklärst du einen komplexen Sachverhalt und musst ausholen und in die Tiefe gehen oder gibst du deinen Lesern ein paar wertvolle Tipps, die sich in wenigen Worten formulieren lassen? Ich möchte immer schnell das finden, was ich suche, besonders im Netz, denn am Bildschirm lese ich nicht so gerne. Daher kommt es nicht so sehr auf die Länge an, sondern darauf, dass dein Text relevant ist und du die Informationen so aufbereitest, dass deine Leser sich gut orientieren können – bei längeren Texten durch Zwischenüberschriften und sinnvoll Absätze. Interessant ist auch, über welchen Kanal oder welches Medium du deine Inhalte auslieferst. Ein längerer Blogartikel kann mehrere Facebook-Posts ergeben. Deine Kernaussagen können auch auf einen Flyer oder in einem Booklet zu finden sein. Was ist denn dein persönlicher Stil? Fließen die Texte in die Tasten oder musst du dir jedes Wort abringen? Ich finde es wichtig, dass dir dein Content-Marketing Spaß macht, denn alles andere schimmert zwischen den Zeilen durch. Finde einen Weg, der zu dir passt und deinen Kunden weiterhilft.

„Welcher Umfang (bzgl. kostenlosem Content vs. kostenpflichtig)?“

Ein Verhältnis von kostenlosem Content und kostenpflichtigem Angebot kann ich dir nicht sagen – ich denke, du musst kräftig in Vorleistung gehen, wenn du für deine Lieblingskunden sichtbarer werden möchtest und richtig Eindruck machen willst. Das geht am besten in kleinen Kampagnen, also zeitlich begrenzten Aktionen, in denen du ein anlassbezogenes Thema wählst und dazu wertige Inhalte produzierst, Kostproben anbietest und dann ein Angebot machst.

Marketing, Werbung und Sichtbarkeit beanspruchen einiges an Ressourcen – das wird oft vergessen. Und da wir heute vieles selber machen können, was noch vor einigen Jahren ganz selbstverständlich bezahlt werden musste, verlieren wir die Relation. Ich gehöre ja noch zu denen, die sich lebhaft daran erinnern können, dass Anzeigen geschaltet wurden, um auf sich aufmerksam zu machen. Beliebt waren dazu Magazine wie Zitty oder Tip. Eine viertel Seite farbig im Querformat kostet aktuell im Tip Berlin 1.820,- € . Da ist das Layout der Anzeige noch nicht bezahlt. Und um überhaupt wahrgenommen zu werden musst du die Anzeigen mehrmals schalten. Wenn du also diese Beträge addierst und durch deinen Stundenlohn teilst, kannst du lange wertvollen Content produzieren und sparst vermutlich immer noch.

„Wie viele Kanäle sind sinnvoll – sollte ich mich auf einen fokussieren oder auch neben der Webseite noch YouTube, Facebook, E-Books, Blog nutzen …?“

Deine Webseite ist sicherlich die Basis für deine Kommunikation. Heute informieren sich die meisten Menschen online. Um die Webseite aktuell zu halten und vielleicht auch die verschiedenen Facetten deines Angebots zu kommunizieren empfehle ich einen Blog – also ein Platz auf deiner Seite, wo du verschiedene Texte und schöne Fotos unterbringen und sinnvoll organisieren kannst. Das geht im Blog-Format über die unterschiedlichen Kategorien und Schlagwörter, die du vergibst. Für deine Leser ist es dann leicht, sich passende Artikel auszuwählen und dich und deine Vorgehensweis besser kennen zu lernen.

Die sozialen Medien zu bespielen macht nur Sinn, wenn du auch wirklich Lust darauf hast. Nur weil angeblich jeder auf Facebook ist heißt es nicht, dass du auch dort hinmusst, wenn du dich dort nicht wirklich wohl fühlst. Vielleicht sind andere Netzwerke für dich interessanter. Wenn du noch wenig Erfahrung in den sozialen Netzwerken hast, überlege dir, welches du mal ausprobieren möchtest und entscheide dich dann erstmal für eins, bis du dich sicher fühlst.

Wenn du viel Texte produzierst, kann ein E-Book in dem du dein Wissen sammelst und veröffentlichst die logische Konsequenz sein. Bitte vergiss nicht, auch offline sichtbar zu sein und denk an mindestens ein schönes Printmedium – also einen aussagekräftigen Flyer, ein schönes Booklet oder ein Poster…

Wichtig ist – all diese Kanäle und digitalen Produkte ordnen sich den Inhalten unter. Sie kommen mit der Zeit und nicht auf einmal. In einer kleinen Kampagne ist die Auswahl der Kommunikationskanäle einer der letzten Schritte.

„Mein geplanter Content ist sehr aufwändig zu produzieren. Wie kann auch weniger aufwändige Formate finden?“

Oft lassen wir uns von aufwändig produzierten Videos oder Podcasts inspirieren, die wir selber (noch) nicht kurzfristig und aus dem Stand umsetzen können. Aber viele Menschen freuen sich über Texte und ansprechende Fotos, die du mit etwas Übung und deinem Handy sogar selber machen kannst. Oder über Gelegenheiten, dich persönlich kennen zu lernen, ins Thema einzusteigen und mit dir zu sprechen. Überlege dir, was deine Kunden auf der Kundenreise brauchen und wie du ihnen schon ein kleines Stückchen weiterhelfen kannst. Es gibt bestimmt leichter zu realisierende Formate, die zu dir und deinem Thema passen. Starte doch ein kleine Umfrage – Voraussetzung ist natürlich, dass du die Bedürfnisse und Wünsche deiner Zielgruppen kennst und weißt, welche ihrer Probleme du löst.

„Wie verhindere ich, dass ich zu Beginn all meine Ideen verpulvere, wenn ich erst drei Leser/Follower/Kunden habe?“

Mein Vorgehen wäre da – du ahnst es vielleicht – eine kleine Kampagne zu entwerfen, die das Ziel hat, die ersten bspw. fünfzig Leser zu gewinnen um dann deren brennende Fragen zu erfahren, auf die du dann den nächsten wertvollen Content hin produzieren kannst. Nutze doch diese Phase, um dich damit zu befassen, wo deine potentiellen Kunden der Schuh drückt, in welcher Ausgangslage sie sind und was sie auf der Kundenreise brauchen. Stelle Fragen und höre genau hin. Du kannst ganz selbstbewusst sagen, dass du ein wunderbares Angebot vorbereitest und schaust, welche Personen sich dafür interessieren könnten. Du kannst das Thema aufmachen und deine Wunschkunden beschreiben: „Biete Lösungen für folgendes Probleme/Bedürfnis. Die besten Ergebnisse erziele ich mir Menschen die …“ So positionierst du dich klarer, weckst Interesse und kommst mit möglichen Kunden ins Gespräch.

„Wie kann ich im Internet Menschen für mein Produkt (Kombucha) interessieren, die es noch nicht kennen oder Vorbehalte haben wegen des Geschmacks des traditionellen Getränks?“

Ich muss da sofort an Werbespots denken, in denen zu sehen ist, wie Menschen erst skeptisch bis abgeneigt sind, dann probieren und das Produkt lecker finden und das dann in die Kamera sagen. Vielleicht lässt sich sowas mit kleinem Budget (Handyvideo) realisieren? Aber auch mit eingängigen und witzigen Texten lässt sich was machen. Die müssen natürlich zum angestrebten Image und den Zielgruppen passen. Wichtig ist, dass alle Medien aufeinander abgestimmt sind und die Botschaften ineinandergreifen – wie in einer kleinen Kampagne. Ich würde erstmal alle Vorbehalte sammeln und die dann mit sympathischen Argumenten entkräften. Wichtig ist, die Kommunikation genau zu differenzieren – geht es um die Vertriebspartner, Restaurants, Einzelhandel oder die Personen, die das Produkt konsumieren?

„Welche Rolle spielt der Content „über mich“ und meine Person und welche Inhalte gilt es zu vermeiden, wenn ich angebotsorientiert (Kundenreise) auftrete?“

Die „Über-Seite“ ist die Seite, die am häufigsten angeschaut wird. Logisch, denn mich interessiert immer, wer hinter dem Angebot steht. Die Über Seite gehört aber meinem Verständnis nach nicht zum eigentlichen Content-Marketing. Das meint Inhalte, die deinen Lesern schon Wert bietet und weiterhilft. Wenn es passt kannst du auch von persönlichen Erfahrungen berichten, deine Methoden du oder deine ganz eigene Art der Problemlösung beschreiben. Vermeiden würde ich alles, was zu werblich ist und zwischen den Zeilen ruft „Kauf du Arsch!“ 😉

„Wie kann ich meine Homepage und Visitenkarten gestalten, wenn ich verschiedene Inhalte anbiete?“

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe – denke aber, dass es sich hier um ein klassisches Positionierungsthema handelt. Mehrere Facetten der Arbeit, die sich auf den ersten Blick nicht zusammenführen lassen (Coaching & Heilpraxis, Ernährungsberatung & Qi Gong, Buchhaltung & Aufräumtraining, Steuerberatung & Kunst, systemische Beratung & Fotografie …). Ein Bereich war zuerst da, dann kam ein neuer Bereich dazu und ließ sich nicht so ohne weiteres integrieren, steht also mehr oder weniger gleichberechtigt daneben. Oft ist es aber so, dass es ein gemeinsames Dach gibt, dass herausgearbeitet werden kann und unter dem die verschiedenen Angebotsbereiche ihren Platz finden.

„Wie kann ich frühere Kunden neu ansprechen? Wie den Einstieg in ein erstes Gespräch gestalten?“

So, wie du dich auch bei Familie oder Freunden „zurückmeldest“, mit denen du lange nicht gesprochen hast; du nutzt einen Anlass und berichtest kurz, was es bei dir Neues gibt, dann hörst du zu und fragst, wo dein Gegenüber gerade steht: „Ich wollte mich in Erinnerung bringen …, mich erkundigen, welche Früchte die Ergebnisse unserer Zusammenarbeit getragen haben …, ich habe neue Ideen/Vorschläge für Sie, die an unsere Zusammenarbeit anknüpfen …“.

„Wie kann ich meine Positionierung klar und spitz formulieren; wertschätzend auf den Punkt, kurze Formulierungen, Spagat zwischen kurz und knapp und emotional …?“

Eine Positionierung lebt und wird immer wieder angepasst – genauso wie die Texte. Dabei kannst du deinen ganz persönlichen Stil entwickeln und immer wieder neu formulieren. Deine Positionierung beantwortet die Fragen was wird angeboten, für wen ist das gedacht, wie läuft die Leistung ab, welche Probleme löst das Angebot bzw. welche Bedürfnisse des Kunden werden befriedigt. Den emotionalen Aspekt bringst du dazu, wenn du beschreiben kannst, von welcher Ausgangslage zu welchem Ergebnis du deine Kunden führst.

„Ansprache: Du oder Sie? Deutsch oder Englisch oder beides?“

Wenn du dich mit deinem Angebot auch an englischsprachige Kunden richtest, macht es Sinn, deine Texte auch auf Englisch zu veröffentlichen. Ob du dich für ein in den sozialen Medien weit verbreitetes Duoder ein eher formales Sieentscheidest, kommt darauf an … Im Englischen ist das tatsächlich leichter.

„Woran erkenne ich, dass meine Texte stimmig sind und „verkaufen“?“

An der Resonanz – du bist ja im besten Fall im Dialog mit deinen Lesern und gibt’s ihnen bereits Hilfestellungen, während sie dich kennen lernen, Vertrauen fassen und entscheiden, ob du mit deinem Angebot die Richtige bist. Mit einer kleinen Kampagne schaffst du Anlässe und bekommst Rückmeldungen – so hast du einen guten Überblick, ob du von den richtigen Menschen verstanden wirst.

„Welcher Content eignet sich? Wie werde ich verstanden?“

Alles, was deinen (potentiellen) Kunden schon ein kleines Stückchen weiterhilft und dich mit deiner Art und Weise eine positive Veränderung herbeizuführen sichtbar macht. Wenn du verstanden werden willst, musst du wissen, welche „Sprache“ die Menschen sprechen, die dich verstehen sollen. Wenn du in Italien unterwegs bist, macht es Sinn, ein paar Brocken Italienisch zu sprechen und die landestypischen Gepflogenheiten zu kennen. Was verstehen deine Kunden? Auf welchem (Wissens-) Stand sind sie? In welcher Ausgangslage befinden sie sich? Wie beschreiben sie ihr Bedürfnis, wo brauchen sie dein Angebot, was brennt ihnen unter den Nägeln? Ich finde es wichtig, dass du dich in deine Kunden hineinversetzen kannst und ihre Bedürfnisse verstehst.

Und nun?

Schön, dass du bis hierher gelesen hast. Ich hoffe, du konntest ein paar neue Ideen gewinnen – lass mich doch wissen, was du davon als nächstes umsetzen wirst … Ich freue mich auf deine Email an mail (at) jestelpr.de.

Wenn du Lust auf noch mehr Tipps und ganz praktische Unterstützung bei deiner ersten kleinen Kampagne hast, trag dich in diese Liste ein: Große Wirkung mit kleinen Kampagnen. Ab September starte ich eine „Einsteiger-Serie“ zu den Voraussetzungen und den Bausteinen einer kleinen Kampagne. Und im Oktober starte ich eine Arbeitsgruppe in der ich dich in vier Wochen bei der Planung deiner erste Kampagne unterstütze – was den Content angeht, hast du ja bereits ein paar Anregungen erhalten. Anschließend begleite ich dich mit Rat und Tat bei der Umsetzung. Die Infos dazu kommen in den nächsten Wochen. Ich freue mich, wenn du dich einträgst und dabei bist.