Bewegen! Wie Gedanken wieder aufs Papier fließen

schreibmaschineIn meinen Workshops für Solo-Selbstständige erlebe ich es immer wieder – sobald es darum geht das eigene Angebot, eine Selbstdarstellung oder eine Presseinformation zu formulieren  stockt der Schreibfluss. Mir selber ist das auch nicht fremd. Was ich für andere mit Spaß und Leichtigkeit in Worte fassen kann fällt schwerer, sobald es um mich und meine Themen geht. Wenn dann noch Druck entsteht, weil Termine einzuhalten sind geht gar nichts mehr. Die Blockade ist da und man steht dicht davor.

Bewegung als Schlüssel

Was (mir) hilft, wieder in den Schreibfluss zu kommen ist Bewegung – sowohl physisch als auch mental. Dazu einige Anregungen, die sich in der Praxis bewährt haben.

Machen Sie einen Spaziergang – oft genügen kurze Runden um den Block. Wenn das nicht möglich ist stehen Sie vom Schreibtisch auf und gehen in einen anderen Raum, ins Treppenhaus oder auf den Balkon. Der Kinderbuchautor und Lehrer Ottfried Preußler sprach seine Texte auf dem morgendlichen Marsch zu Schule in ein Aufnahmegerät – heute verfügen viele Handys über eine Aufnahmefunktion, so dass Sie Ihre Ideen sofort festhalten können.

Bewegung schafft nötige Distanz

Durch Bewegung wechseln Sie die Perspektive, Ihr Gehirn kommt wieder in Schwung, der Kopf wird frei und Blockaden lösen sich, denn Bewegung und Denken hängen eng zusammen. Ich erlebe es immer wieder, wie klar mir manches wird, wenn ich mich ein Stück vom Text entferne.

Bewegung im Kopf

Mentale Bewegung, dass heißt für mich in diesem Fall: sich mit Spaß schreibend vom eigentlichen Text entfernen um den Blick zu weiten, auf neue Ideen und wieder in Fluss zu kommen. Ich probiere immer wieder Techniken aus dem kreativen Schreiben aus. Mir ist dabei wichtig, dass ich handschriftlich vorgehe, bevor ich Texte in den Computer tippe.
Hier meine momentanen Favoriten:
Die ABC-Listen-Methode von Vera F. Birkenbihl: Schreiben Sie das Alphabet vertikal aufs Papier. Dann schreiben Sie horizontal zu jedem Buchstaben ein Wort, dass mit dem jeweiligen Buchstaben beginnt und mit Ihrem Thema assoziiert ist. (Beispiel Thema Schreibblockade: A_ngst, B_ewegung, C_aos, D_enken, E_nergie, F_rust u.s.w.)  Probieren Sie es aus! Es ist immer wieder erstaunlich, was sich da aus dem Unterbewussten Bahn bricht.

Schreiben Sie einen kurzen Text wie beispielsweise ein Elfchen. Das sind 11 Wörter, die wie folgt angeordnet werden: 1. Zeile: ein Adjektiv, 2. Zeile:  Substantiv mit Artikel, 3. Zeile: passender Satz aus drei Wörtern, 4. Zeile: Satz aus vier Wörtern, 5. Zeile: ein Schlusswort.
Mir hilft die vorgegebene Struktur und die Kürze dabei locker zu werden und mich einem Thema wieder mit Spaß und Freude zu nähern.

Blöd
die Schreibblockade.
Will sie überwinden.
Ich weiß auch wie:
Bewegt!

Locker durch Humor

Was auch gut funktioniert ist ein absurder Einstieg in einen Text. Dazu habe ich (möglichst skurrile) Headlines aus Zeitungen und Magazinen ausgeschnitten und aufgeklebt. Wenn ich ins Stocken gerate, schreibe ich meinen Text unter einer zufällig gezogenen Überschrift. Oft braucht es nur ein paar Stickworte oder kurze Sätze, bis ich an meinem eigentlichen Text weiter arbeiten kann.

Blogparade gegen die Schreib-Blockade

Wenn Sie regelmäßig Texte schreiben wollen und sich dabei blockiert fühlen, probieren Sie verschiedene Methoden aus. Viele weitere wertvolle Beiträge zum Thema Schreibblockade hat Kerstin Hoffmann in ihrer Blogparade gegen die Schreib-Blockade gesammelt. Vielen Dank für die tolle Initiative und den Schatz an Anregungen und Erfahrungen.